Mit mehr als 300 Besuchern war die Informationsveranstaltung in St. Marein (organisiert von den BIs St. Marein, Neumarkt, Perchau, Kulm am Zirbitz und Mariahof) „völlig ausverkauft“. Drei Bürgermeister und Hochwürden ließen es sich nicht nehmen, am Pulsschlag der Bevölkerung zu sein.

Der BI-Obmann von St. Marein, Ing. Christian Simbürger wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, dass Politiker und Asfinag z.Zt. mehr als 100.000 € ausgeben, damit die Public Relations Firma Hochegger die Bevölkerung so manipuliert, dass sie die S37 voll befürwortet. Es würde ein harter Kampf werden, denn die Verantwortlichen planen den Mord an der Region. Das Motto der Veranstaltung ist „Bildung statt Beton“ und deshalb werden alle Spenden dieser Veranstaltung dem Kinderhaus St. Marein übergeben. Während Milliarden für Beton ausgegeben werden, fehlen im Kinderhaus oft einige 100 € um wichtige Projekte abzuwickeln.


Auch Moderator Mag. Grothusen stieß in das selbe Horn: Milliarden werden für Autobahnen ausgegeben, die fast niemandem etwas bringen.

Ein hervorragender Film, hergestellt von Michala Prieler und Gernot Bogensberger sorgte unter den Besuchern für sichtbar betroffene Gesichter. Er handelt von Menschen, die nicht mehr die Möglichkeit haben, mit JA oder NEIN zu antworten. So wies der Übelbacher Bürgermeister darauf hin, dass es seit dem Bau der Autobahn zu einem drastischen Anstieg der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr gekommen ist, und dass 95% der Einsätze auf der Autobahn erfolgten. Ein Beweis, dass eine Autobahn den Betroffenen nichts bringt, abgesehen von enormen Belastungen.

Im ersten Referat des Abends präsentierte der Umweltmediziner Dr. Schmidt aus Kärnten wissenschaftliche Daten zu Luftschadstoffen und Lärm. Beispielsweise betragen die Gesundheitskosten (nur für Bronchitis)  lt. einer Studie in der EU für 73 Millionen Menschen mehr als 48 Milliarden Euro. Eine Studie in den USA beweist klar, dass die Kindersterblichkeit durch Feinstaubbelastung stark zunimmt. Zwei Drittel des Feinstaubs werden durch Verkehr verursacht. Eine deutsche Studie belegt, dass Technologie (z.B. umweltfreundlichere Autos) herzlich wenig bringt. Eine Schweizer Studie belegt den negativen Einfluss von Feinstaub auf die Gesundheit. Der VCÖ legt dar, dass die exorbitante Zunahme von Dieselfahrzeugen in Österreich zu einer gewaltigen Zunahme der Luftverschmutzung geführt hat. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurde bewiesen, dass Feinstaub auch verstärkt zu Herzinfarkt führen kann. Allergie auslösende Bäume sind in der Stadt 8mal so aggressiv wie auf dem Land. Dr. Schmidt wies auch darauf hin, dass es erwiesen ist, dass die Bürgerinitiativen bei der Lärmbekämpfung deutlich effektiver sind als etwa Schallschutzfenster.

Lärm führt lt. Dr. Schmidt zu Herzschäden bei Kindern, Schlafproblemen, Gehörschäden (das geringste aller Übel), Lernproblemen und psychischen Schäden. Dabei ist der Alpenraum besonders sensibel. Er empfahl den Zuhörern das Buch „Ausfahrt Zukunft“ von Frederic Vester.

Robert Batlogg, Sprecher der Transitgruppe Zederhaus berichtete in eindrucksvollen und bewegenden Worten über seine Erfahrungen mit dem Bau der Tauernautobahn. Dabei kamen – nicht unerwartet – die Machenschaften und bösen Spiele der ASFINAG im Teamwork mit Politikern („…alles hat seinen Preis“) zum Vorschein. Tatsache ist, dass es Häuser gibt, die keine 10m von der Autobahn entfernt sind und einer Lärmbelastung von 70-80 Dezibel ausgesetzt sind. Fast alle Versprechungen von Seiten der Asfinag wurden unter fadenscheinigen Begründungen nicht eingehalten. Dafür prophezeit die Asfinag bis 2020 eine Verdoppelung des Verkehrs. Unter bestimmten Wetterbedingungen ist die Luft in Zederhaus genau so stark verschmutzt wie in Großstädten. Dabei hat Zederhaus nur 1200 Einwohner. Die Ansiedlung von Industrie (in viel missbrauchtes Argument von Politikern und der Asfinag, wäre nicht möglich, da die hoch verschmutzte Luft keine zusätzliche Belastung vertragen würde.

Der Referent erntete spontanen Applaus, als er verlangte, dass das Geld besser angelegt wäre, wenn damit Arbeitsplätze in der Region gesichert würden.

Hr. Batlogg räumte auch mit dem fadenscheinigen Argument der Politiker auf, dass eine Autobahn mehr Touristen bringen würde. Vor dem Bau der Autobahn hatte Zederhaus pro Jahr 30.000 Nächtigungen, heute sind es kaum 20.000, und viele davon seien Bauarbeiter. BETRETENES SCHWEIGEN IM SAAL!

Originaltext Batlogg zum Thema Bürgerinitiativen: „Lossts kann Bürgermeister eini. Nur wer schreit, kriagt wos.“

Er gab die Empfehlung, auf alle Fälle „zusammen zu halten“, auch wenn die Asfinag versuchen wird, einen Keil in die Initiative zu treiben.

Den Abschluss bildete das Referat von Dr. Stögleitner (BOKU Wien) über Umweltplanung und Regionalentwicklung. Die Zuschauer reagierten überrascht, als sie lernten, dass in Österreich schon 5000 km2 Fläche für Straßen verbraucht wurden. Jedenfalls ist der Flächenverbrauch deutlich stärker als der Bevölkerungszuwachs gestiegen. Bei dem derzeitigen Raubbau wird alle 5 Jahre die Fläche von Wien vernichtet.

Da demnächst Erdöl nicht mehr in dem Umfang vorhanden sein wird wie heute, warnt Dr. Stögleitner, dass wir uns mit dem Raubbau an Flächen in den Optionen einschränken, z.B. Flächen für den Anbau für „erneuerbare Energien“ zu nutzen. Abschließend ging er auf Aspekte der Regionalentwicklung ein. Bürgerinitiativen sollten die gebündelte Energie nicht nur gegen die Autobahn einsetzen sondern auch für die Entwicklung der Lebensqualität der Region.

In der abschließenden Diskussion kamen folgende Punkte zur Sprache:

  1. Bürgerinitiativen bekommen nicht einmal einen Termin bei Min. Bures
  2. Die Asfinag betrügt in der Früh und am Abend
  3. Landesrat Wegscheider wird zitiert: „während der dreijährigen Bauzeit möchte ich nicht in Unzmarkt wohnen.“
  4. Was ist Demokratie? Oder haben wir eine Demokratur?
  5. Sind wir für die Bures da oder sie für uns?
  6. 20.000 Unterschriften sind offenbar nichts wert. Politiker werden dafür bezahlt, dass sie uns belügen.


Die Obmann-Stellvertreterin der BI Neumarkt Elfi Forstner bedankte sich abschließend bei dem zahlreich erschienenen Publikum, den Referenten und den Sponsoren.

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Tod der Region - Teil 2
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